Was ist flexitarisch?

Mit der flexitarischen Ernährungsform orientieren wir uns an 3 Prinzipien:

1) So pflanzlich wie möglich

2) Biologisch

3) Im Einklang mit der Natur 

 

Pflanzliche Produkte

Pflanzliche Lebensmittel sollen den Großteil dieser Ernährungsform ausmachen - idealerweise rund 80%. Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Getreide, Nüsse und Samen machen den Hauptanteil dieser Kost aus. 

Tierische Produkte

Tierische Produkte wie Fleisch und Fisch und Eier sollten nur in Maßen und dann aber bewusst genossen werden. Milchprodukte könnt ihr ebenfalls bewusst  konsumieren und gerne auch gegen pflanzliche Alternativen wie Pflanzenmilch, Kokosjoghurt oder Tofu austauschen. Seid da gerne kreativ und probiert euch aus.

Qualitäts-Produkte

Die Auswirkungen auf die Umwelt werden bei dieser Ernährungsweise mit einbezogen. Daher gilt je biologischer, regionaler und naturbelassener sowie zum Wohle der Tiere -  desto besser!

1) Hauptsächlich pflanzenbasiert

Es gibt keine Regel dafür, wie viel und wie häufig bestimmte Lebensmittel - in dem Fall pflanzlich basierte Lebensmittel  - konsumiert werden sollen. Anders als reine Vegetarier oder Veganer, kann der Flexitarier selber entscheiden wann vegan, vegetarisch oder auch mal Fleisch oder Fisch gegessen wird. Das Credo ist so pflanzlich wie möglich. Und es kommt natürlich immer auf die Ausgangssituation eines jeden Individuums an. Isst jemand schon selten Fleisch, kann es auf 1x im Monat reduziert werden. Isst jemand mindestens 3x wöchentlich Fleisch oder Fleischprodukte, ist eine Reduktion auf 1x die Woche schon ein großer Erfolg! Ihr seht als schon, darin liegt die Flexibilität dieser Ernährungsweise.

2) Biologisch

Was steckt eigentlich dahinter? Bio-Lebensmittel stammen aus ökologisch kontrolliertem Anbau. Sie dürfen weder gentechnisch verändert werden, noch mit Pestiziden oder Kunstdünger behandelt werden. Der Unterschied liegt also hauptsächlich in der Anbauform mit dem Resultat, dass...
Bio-Lebensmittel weniger Zusatzstoffe enthalten.

Bio-Lebensmittel einen intensiveren Geschmack haben.

Bio-Lebensmittel reicher sind an Vitaminen und Mineralstoffen.

Bio-Lebensmittel direkt dazu beitragen den Düngemittelverbrauch zu reduzieren.

Bio-Tierprodukte eine artgerechte Tierhaltung voraussetzen und die Behandlung mit Wachstumshormonen oder Antibiotika untersagt ist.

Das und vieles mehr ist nach EU Verordnung geregelt und wird auch zertifiziert. Heißt für uns Bio-Lebensmittel tragen ein Bio-Siegel und müssen strenge Auflagen erfüllen. Und das Bio besser für die Umwelt ist, erklärt sich damit denke ich von selbst.

 

3) Im Einklang mit der Natur

Was Flexitarier ausmacht, ist die Entscheidung für eine bewusste Ernährung. Es wird viel über das Essen, und die Qualität und Herkunft dessen, nachgedacht und nicht einfach nur gegessen. Die Nahrungsmittelauswahl steht im Einklang mit den natürlichen Ressourcen. Was die Natur hergibt, wie beispielsweise im Frühsommer frische Beeren und im Herbst Kürbisse, wird gegessen. Wenn es einmal ein Stück Fleisch sein soll, dann aus einem Betrieb mit artgerechter Tierhaltung in Bio Qualität. Von Lebensmitteln, die hochverarbeitet sind und viele Produktionsschritte im Herstellungsverfahren für die Haltbarmachung benötigen, wird Abstand genommen. Flexitarier legen wert auf Natürlichkeit, nicht nur bei der Auswahl der Zutaten sondern auch bei der Zubereitung steht der Geschmack und damit Genuss durch schonende Garmethoden im Vordergrund. 


Kann Ernährung eigentlich nachhaltig sein?

 

Ich sage euch JA!

Ernährung muss sogar in Zukunft nachhaltig sein, denn sie hat einen nicht unerheblichen Anteil am Klimawandel.

Lasst uns mal einen Blick in die Zahlen werfen, um dem Thema Ernährung aus Sicht des Klimas eine Gewichtung zu geben und zu folgender Frage kommen: Welchen Einfluss hat Ernährung auf das Klima?

 

Der Ernährungssektor macht zwischen 14-18% des persönlichen ökologischen Fußabdrucks aus und verursacht noch vor „Wohnen“ und „Mobilität“ die meisten Umweltbelastungen im Bereich des privaten Konsums. Betrachtet werden hier konkret der Anbau, die Verarbeitung, der Transport, die Lagerung, die Zubereitung und die Entsorgung. Werden auch andere Umweltbeanspruchungen mit einbezogen, wie die Belastung der Böden und Gewässer durch Nitrat- oder Phosphoreintrag oder Schwund der Diversität durch Monokulturen, steigt der Anteil sogar auf über 25%.

Das bedeutet wir brauchen einen Wandel. Wir müssen in Zukunft von nachhaltiger Ernährung sprechen und nicht von gesunder Ernährung - > denn nachhaltige Ernährung ist automatisch gesund, aber gesunde Ernährung ist nicht automatisch nachhaltig.

 

Aber was heißt das konkret?

 

Lebensmittel stellen einen untrennbaren Zusammenhang zwischen menschlicher Gesundheit und ökologischer Nachhaltigkeit dar. Bis 2050 leben ca. 10 Milliarden Menschen auf der Erde und die gilt es zu ernähren. Das wird nur möglich sein, wenn wir essen was das Land hergibt, statt anzubauen was der Mensch möchte. Die Frage sollte eigentlich lauten: Welches ist die beste Nutzung des Landes in meiner Region? Ernährungsformen wie vegan können pauschal nicht als die nachhaltigste betitelt werden, denn durch Fleischablehnung verhindern wir die beste Nutzung eines Stück Landes in Zusammenwirkung mit Tiernutzung zur Landschaftspflege oder Düngerherstellung. Organische Dünger für die Bio-Landwirtschaft müssen erst einmal produziert werden. Und wer ist dafür zuständig? Richtig - unsere tierischen Gefährten. Ohne Frage gibt es für all diese Konzepte irgendwo auf der Welt also das ideale Ökosystem. Doch nicht überall! Wer alles nimmt was er bekommen kann, nutzt ein System im Maximum  - nicht im Optimum. 

Nachhaltige Ernährung muss demnach überall auf der Welt anders aussehen. Enthält manchmal mehr Fleisch doch meistens wenig Fleisch, besteht aus viel Gemüse, Obst, Getreide und Hülsenfrüchte. Einfach heruntergebrochen könnte man sagen, wir müssen pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Nüsse und Hülsenfrüchte verdoppeln und Fleisch und tierische Produkte mindestens halbieren -> also zu einer flexitarischen Ernährungsform übergehen. Und diese würde sich je nach Region und Land unterschiedlich gestalten – eben flexibel. In unseren Breiten wäre das eine durchaus vegetarische oder vegane Ernährungsform, da wir ausreichend landwirtschaftliche Nutzfläche zur Verfügung haben, wohingegen in anderen Teilen der Welt größtenteils Fisch gegessen wird, weil Ackerbau schlicht nicht möglich ist.

 

Was es derzeit in unserer Welt braucht, ist ein Wertewandel: weg von einer konsumorientierten -, hin zu einer bewusstseinsorientierten Gesellschaft. Möchten wir klimaschonend essen, würde das in unseren Breiten konkret bedeuten:

  • Fleischkonsum und Konsum von tierischen Produkten reduzieren und mit pflanzlichen Alternativen ersetzen.
  • Biologische Lebensmittel gegenüber konventionellen bevorzugen.
  • Auf Saisonalität und auch Regionalität achten -> sprich essen was der Boden gerade hergibt.
  • Auf „Flugobst“ verzichten (Flugobst sind schnell reifende Früchte, die aufgrund ihrer kurzen Haltbarkeit mit dem Flugzeug transportiert werden müssen, wie z.B.: Mangos).

 

In meinen Augen ist Nachhaltigkeit aber nicht nur eine Notwendigkeit, sondern ein Ausdruck von Wertschätzung allem Leben gegenüber. In diesem Sinne ist sie keine untragbare Bürde, sondern ein Ausdruck von Freude, etwas Gutes zu tun. Sie kann ein unglaublich bereichernder und sinnstiftender Teil des Lebens werden. Lasst euch auf diese Reise ein – ich verspreche euch, es lohnt sich. Eurer Gesundheit und unserer Umwelt zuliebe.

 

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