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Kann Ernährung eigentlich nachhaltig sein?

 

Ich sage euch JA!

Ernährung muss sogar in Zukunft nachhaltig sein, denn sie hat einen nicht unerheblichen Anteil am Klimawandel.

Lasst uns mal einen Blick in die Zahlen werfen, um dem Thema Ernährung aus Sicht des Klimas eine Gewichtung zu geben und zu folgender Frage kommen: Welchen Einfluss hat Ernährung auf das Klima?

 

Der Ernährungssektor macht zwischen 14-18% des persönlichen ökologischen Fußabdrucks aus und verursacht noch vor „Wohnen“ und „Mobilität“ die meisten Umweltbelastungen im Bereich des privaten Konsums. Betrachtet werden hier konkret der Anbau, die Verarbeitung, der Transport, die Lagerung, die Zubereitung und die Entsorgung. Werden auch andere Umweltbeanspruchungen mit einbezogen, wie die Belastung der Böden und Gewässer durch Nitrat- oder Phosphoreintrag oder Schwund der Diversität durch Monokulturen, steigt der Anteil sogar auf über 25%.

Das bedeutet wir brauchen einen Wandel. Wir müssen in Zukunft von nachhaltiger Ernährung sprechen und nicht von gesunder Ernährung - > denn nachhaltige Ernährung ist automatisch gesund, aber gesunde Ernährung ist nicht automatisch nachhaltig.

 

Aber was heißt das konkret?

 

Lebensmittel stellen einen untrennbaren Zusammenhang zwischen menschlicher Gesundheit und ökologischer Nachhaltigkeit dar. Bis 2050 leben ca. 10 Milliarden Menschen auf der Erde und die gilt es zu ernähren. Das wird nur möglich sein, wenn wir essen was das Land hergibt, statt anzubauen was der Mensch möchte. Die Frage sollte eigentlich lauten: Welches ist die beste Nutzung des Landes in meiner Region? Ernährungsformen wie vegan können pauschal nicht als die nachhaltigste betitelt werden, denn durch Fleischablehnung verhindern wir die beste Nutzung eines Stück Landes in Zusammenwirkung mit Tiernutzung zur Landschaftspflege oder Düngerherstellung. Organische Dünger für die Bio-Landwirtschaft müssen erst einmal produziert werden. Und wer ist dafür zuständig? Richtig - unsere tierischen Gefährten. Ohne Frage gibt es für all diese Konzepte irgendwo auf der Welt also das ideale Ökosystem. Doch nicht überall! Wer alles nimmt was er bekommen kann, nutzt ein System im Maximum  - nicht im Optimum. 

Nachhaltige Ernährung muss demnach überall auf der Welt anders aussehen. Enthält manchmal mehr Fleisch doch meistens wenig Fleisch, besteht aus viel Gemüse, Obst, Getreide und Hülsenfrüchte. Einfach heruntergebrochen könnte man sagen, wir müssen pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Nüsse und Hülsenfrüchte verdoppeln und Fleisch und tierische Produkte mindestens halbieren -> also zu einer flexitarischen Ernährungsform übergehen. Und diese würde sich je nach Region und Land unterschiedlich gestalten – eben flexibel. In unseren Breiten wäre das eine durchaus vegetarische oder vegane Ernährungsform, da wir ausreichend landwirtschaftliche Nutzfläche zur Verfügung haben, wohingegen in anderen Teilen der Welt größtenteils Fisch gegessen wird, weil Ackerbau schlicht nicht möglich ist.

 

Was es derzeit in unserer Welt braucht, ist ein Wertewandel: weg von einer konsumorientierten -, hin zu einer bewusstseinsorientierten Gesellschaft. Möchten wir klimaschonend essen, würde das in unseren Breiten konkret bedeuten:

  • Fleischkonsum und Konsum von tierischen Produkten reduzieren und mit pflanzlichen Alternativen ersetzen.
  • Biologische Lebensmittel gegenüber konventionellen bevorzugen.
  • Auf Saisonalität und auch Regionalität achten -> sprich essen was der Boden gerade hergibt.
  • Auf „Flugobst“ verzichten (Flugobst sind schnell reifende Früchte, die aufgrund ihrer kurzen Haltbarkeit mit dem Flugzeug transportiert werden müssen, wie z.B.: Mangos).

 

In meinen Augen ist Nachhaltigkeit aber nicht nur eine Notwendigkeit, sondern ein Ausdruck von Wertschätzung allem Leben gegenüber. In diesem Sinne ist sie keine untragbare Bürde, sondern ein Ausdruck von Freude, etwas Gutes zu tun. Sie kann ein unglaublich bereichernder und sinnstiftender Teil des Lebens werden. Lasst euch auf diese Reise ein – ich verspreche euch, es lohnt sich. Eurer Gesundheit und unserer Umwelt zuliebe.

 

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